Etablierte Rezepturen bieten Start-up-Marken einen praktischen Ausgangspunkt, ohne dass jedes Produkt von Grund auf neu entwickelt werden muss. Hersteller von Haarpflegeprodukten verfügen oft über Rezepturressourcen für verschiedene Produktkategorien, sodass Marken bestehende Optionen bewerten können, bevor sie entscheiden, ob eine Weiterentwicklung notwendig ist.
Für eine neue Marke kann die Verwendung einer etablierten Rezeptur den anfänglichen Entwicklungsaufwand reduzieren und die Projektplanung vereinfachen. Die Auswahl einer Rezeptur sollte jedoch mehr berücksichtigen als nur die Übereinstimmung mit dem Produktnamen oder der beworbenen Funktion.
Die Auswertung von Stichproben hilft dabei festzustellen, ob eine bestehende Rezeptur für das angestrebte Produkt geeignet ist.Marken sollten mehrere Merkmale bewerten, anstatt sich auf einen allgemeinen Eindruck zu verlassen.
| Bewertungsbereich | Was die Marke berücksichtigen sollte |
|---|
| Duft | Passt der Duft zur Markenpositionierung und den Kundenerwartungen? |
| Textur und Viskosität | Entspricht die Konsistenz dem angestrebten Produkterlebnis und der Verpackung? |
| Anwendungserfahrung | Lässt sich das Produkt wie erwartet verteilen, ausspülen, einziehen oder das Haar stylen? |
| Produktleistung | Erzielt es die beabsichtigten Reinigungs-, Pflege-, Styling- oder sonstigen funktionellen Ergebnisse? |
Bei der Bewertung sollte auch berücksichtigt werden, wie diese Eigenschaften zusammenwirken. Beispielsweise kann eine Rezeptur den gewünschten Duft und die gewünschte Textur aufweisen, aber dennoch angepasst werden müssen, wenn ihre Viskosität für die gewählte Pumpe oder das Dosiersystem ungeeignet ist.
Nach den Tests können Marken konkretes Feedback geben. Je nach Rezeptur und technischer Machbarkeit können Anpassungen Duftstoffe, Textur, Viskosität oder andere sensorische Eigenschaften betreffen. Der Hersteller prüft anschließend, ob die gewünschten Änderungen ohne Beeinträchtigung der Stabilität der Rezeptur oder der beabsichtigten Leistung umgesetzt werden können.
Bei der Entscheidung, wie viel Formulierungsarbeit erforderlich ist, müssen zwei häufige Situationen berücksichtigt werden:
Formelanpassung
Geeignet, wenn eine etablierte Rezeptur bereits die meisten Produktanforderungen erfüllt und nur noch Verfeinerungen wie Änderungen des Duftes, der Textur oder der Viskosität erforderlich sind.
Weiterentwicklung der Formulierung
Geeigneter, wenn die gewünschte Leistung, das gewünschte Inhaltsstoffprofil oder die gewünschten Produkteigenschaften nicht durch zumutbare Anpassungen erreicht werden können.
Für Start-up-Marken sollte die Entscheidung ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Produktdifferenzierung, Entwicklungskosten, technischer Komplexität und Zeitaufwand berücksichtigen. Eine bestehende Rezeptur ist nicht automatisch die beste Wahl, kann aber ein effizienter Ausgangspunkt sein, wenn sie gut zum angestrebten Produktkonzept passt.